News aus der InsurTech-Szene

Robo-Advisor erfreuen sich immer größerer Beliebtheit - Allianz springt auf den Trend auf

Sie sind preiswert, arbeiten rational und dabei vollkommen emotionslos - die Rede ist von Robo-Advisorn. Anhand von Kundendaten und einigen Fragen, ermitteln sie das kundenindividuelle Risikoprofil und empfehlen auf Basis dieser Daten den Vermögensanteil, der in riskante und weniger riskante Anlageformen investiert werden sollte. Mittlerweile sind allein in Deutschland mehr als 20 Robo-Advisor aktiv und dürften zusammen mehr als 2 Mrd. EUR verwalten. Marktführer ist dabei Scalable mit allein mehr als 1 Mrd. EUR. Diesem Trend folgend erweitert die Allianz ihre Erstinvestition aus September 2016 und kauft erneut Anteile vom britischen Unternehmen Moneyfarm. Nach der Transaktion wird der Münchner Konzern zwei Sitze im Aufsichtsrat halten. Moneyfarm, das bereits mit Allianz Global Investors als Vermögensverwalter zusammenarbeitet, erhoffen sich unter anderem eine Ausweitung der Expertise auf den Gebieten Vermögensverwaltungs- und Versicherungsprodukte.

Deutsche Krankenkassen und private Krankenversicherer launchen gemeinsame Gesundheitsakte

Mehr als 90 Krankenkassen und -versicherer haben sich darauf verständigt, eine gemeinsame Datenplattform mit Gesundheitsdaten unter dem Namen "Vivy" auf den Weg zu bringen. Es wird die erste digitale Gesundheitsakte für GKV und PKV in Deutschland sein. Künftig sollen die bis zu 25 Mio. betroffenen Versicherungsnehmer persönliche Gesundheitsdaten auch über eine App verwalten sowie Arztbriefe, Laborwerte, Medikationspläne, Notfall- und Impfdaten sowie Befunde speichern können. Dabei kann der Versicherungsnehmer selbst entscheiden, welcher Arzt auf welche Daten zugreifen darf. Neben Erinnerungsfunktionen für Arztbesuche und Medikamenteneinnahmen sowie Verwaltungsoptionen für Überweisungen und Leistungsübersichten, sollen mithilfe der Plattform insbesondere Mehrfachbehandlungen reduziert, Unverträglichkeiten erkannt und die Festlegung von Therapien erleichtert werden. Betrieben wird die Plattform von einer eigens geschaffenen GmbH mit Sitz in Berlin, beteiligt sind u. a. die PKV der Allianz, die Barmenia und die Gothaer. Die freiwillige Nutzung soll bereits ab Juli für Kunden ausgewählter Gesellschaften möglich sein.

InsurTechs und Versicherer arbeiten zunehmend zusammen

Waren die Befürchtungen der traditionellen Versicherungsunternehmen vor einigen Jahren bezüglich einer Marktdisruption durch zahlreich neugegründete InsurTechs noch sehr groß, haben sie mittlerweile erkannt, welche Nutzenpotenziale die junge Konkurrenz für die Assekuranz und die Geschäftsmodelle klassischer Versicherungsunternehmen bietet. Dies wurde auch bei der Insurtech Week Cologne klar, die vom 4. bis 9. Juni stattfand. Die engere Zusammenarbeit lässt sich ebenfalls zunehmend auf dem Venture Capital Markt erkennen. So haben Versicherungskonzerne allein im letzten Jahr insgesamt 2,3 Mrd. USD in InsurTechs investiert - im ersten Quartal 2018 sind die Investitionen in Versicherungs-Start-ups mit 724 Mio. USD sogar 155% höher als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Konzentration vieler InsurTechs auf die Vereinfachung bestimmter (digitaler) Geschäftsprozesse begründen die Attraktivität einer Zusammenarbeit bzw. Investition in die junge Konkurrenz seitens traditioneller Versicherungsunternehmen.

Baloise arbeitet mit Start-up Valoo zusammen

Der Schweizer Versicherer hat sich mit Valoo zusammengeschlossen. Das Start-up Valoo bietet seinen Nutzern die Möglichkeit verschiedene Gegenstände nach dem Kauf zu verwalten. Dabei können die Gegenstände versichert werden, der Nutzer erhält Informationen zum gegenwärtigen Wert und Hilfen beim Verkauf. Durch die kundenfreundlichen Dienstleistungen verspricht sich Baloise maximale Flexibilität für den Kunden. Alle Schritte, die zwischen Kauf und Verkauf eines Gegenstandes stehen können die Kunden zukünftig durch eine App steuern.

Neue Versicherungssuchmaschine Snoopr stellt Kundennutzen und Convenience in Fokus

"Alexa, wozu brauche ich eine Haftpflicht?" - Mit ihrer neuen Versicherungssuchmaschine Snoopr launcht das Softwareunternehmens B-Tix eine Plattform, die sich von anderen Vergleichsplattformen maßgeblich unterscheidet. Während der Großteil der Konkurrenz, wie bspw. Check24 und Co., Suchergebnisse nach Preisen sortieren, sucht die KI-Lösung von Snoopr gezielt nach den für den Verbraucher relevantesten Produkten mit ausgewählten Charakteristika, unabhängig von der Provisionshöhe der jeweiligen Anbieter. Dabei ermöglicht die selbstlernende KI eine ständige Verbesserung der Relevanzparameter. Insbesondere die Einbindung des Sprachassistenten Alexa ermöglicht dem Endverbraucher dabei den bequemen Zugang zu Erstinformationen und erklärt bspw. den Nutzen verschiedener Produkte und nachfolgende Kundenoptionen. Makler können neben der Suchoption nach Relevanz vor allem von Snooprs Partnerprogramm profitieren. Hat der Endverbraucher ein bestimmtes Versicherungsprodukt gefunden, so bekommt er eine Liste nahegelegener Makler angezeigt, mit denen er diesbezüglich in Kontakt treten könnte. Auch Versicherungsunternehmen können von Snoopr profitieren - die Suchmaschine ist als Whitelable-Lösung auch direkt auf deren Websites einsetzbar.

Munich Re baut Kooperation mit Start-ups aus

Immer mehr Versicherungskonzerne setzen auf enge Kooperationen mit Start-ups aus dem Softwarebereich - so auch Munich Re. Die Münchener haben bereits ihre Zusammenarbeit mit den InsurTechs ONE und Getsafe angekündigt, dem folgt nun eine Kooperation mit dem deutsch-israelischen IT-Start-up Fraugster. Das Unternehmen bietet eine Software, welche sich an Online-Bezahldienste richtet. Auf Grundlage von Zahlungen kann sie erkennen, ob diese betrügerischen Mustern entsprechen oder authentisch sind. Munich Re erhofft sich davon nicht nur die Reduzierung von bisher fälschlich zurückgewiesenen Zahlungen, sondern auch, dass betrügerische Zahlungen von vorneherein ausgeschlossen bzw. minimiert werden können. Als Beweis für die Verlässlichkeit der Software, versichern die Münchener alle durch Fehlentscheidungen von Fraugsters KI entstandenen Zahlungsausfälle. Kunden von Fraugster prozessieren derzeit bereits über ein Volumen von rund 100 Mrd. EUR pro Jahr, was rund 4% des weltweiten Online-Handels entspricht.

Eos Venture Partners legt Insurtech-Fonds auf

Der auf dem InsurTech-Markt spezialisierte Venture Capitalist EOS Venture Partners mit Hauptsitz in London hat nun seinen im Jahr 2017 angekündigten InsurTech-Fonds aufgelegt. Das Unternehmen will insgesamt 100 Mio. USD einwerben, welche ausschließlich in Start-ups im Versicherungsumfeld investiert werden sollen. Dabei sind bereits 30 Mio. USD zugesagt worden.

Saarländer Digitalversicherer Neodigital erhält BaFin-Lizenz

Neodigital, ein Digitalversicherer aus Neukirchen, setzt seit seiner Gründung durch ehemalige Mitarbeiter der Baden-Badener, unter Mithilfe des Düsseldorfer Maklers Schneider Golling, auf die Zusammenarbeit mit ungebundenen Vertriebspartnern, um seine  Versicherungsprodukte in der Privathaftpflicht, Tierhalterhaftpflicht, Hausrat- und Unfallversicherung zu vertreiben. Daneben sollen Vertriebspartner auch ihre eigenen Versicherungslösungen entwickeln können. Nun hat das Unternehmen nach nur acht Monaten seine BaFin-Lizenz als Versicherer erhalten – ein wichtiger Schritt zur Aufnahme des Geschäftsbetriebs.

Allianz X beteiligt sich an indonesischer Ridesharing-Plattform GO-JEK

Allianz X ist auf Wachstumskurs. Nach der 160 Mio. USD Beteiligung an der Digitalbank N26, haben die Münchener diesmal den indonesischen Ridesharing-Dienst GO-JEK ins Auge gefasst. Die 35 Mio. USD Investition stellt bereits die vierte Beteiligung der konzerneigenen Investment-Unit innerhalb dieses Jahres und zudem die erste Investition in ein südostasiatisches Unternehmen überhaupt dar. GO-JEK mit Sitz in Jakarta hat sich seit seiner Gründung 2010 zu einer On-Demand-Plattform mit eigener App im Bereich Transport entwickelt und bietet unter anderem Dienstleistungen in den Bereichen Transport, Logistik, E-Payment oder Lebensmittellieferungen. Das Unternehmen ist derzeit in mehr als 50 Städten in Indonesien tätig (eine geografische Ausweitung des Geschäftsmodells ist bereits geplant) und weist mehr als 400,000 teilnehmende Fahrer aus. 

Baloise setzt Investitionskurs fort: Schweizer beteiligen sich am Berliner KI-Start-up omni:us

Der Schweizer Versicherungskonzern Baloise ist auf Investitionskurs. 50 Mio. CHF will das Unternehmen bis 2021 für Beteiligungen an etwa zehn Start-ups ausgeben, die Investition in das Berliner Start-up omni:us stellt bereits die dritte Beteiligung des Versicherungskonzerns innerhalb eines Jahres dar. omni:us ist spezialisiert auf Dokumenten-Mapping und stellt Programme bereit, welche Dokumente erkennen und Daten automatisch extrahieren, sogar bei handgeschriebenen Texten. Baloise sieht in omni:us ein vielversprechendes Finanzinvestment, so heißt es aus dem Konzern, da die Technologie einerseits auf großes Interesse bei zahlreichen Versicherern stößt und andererseits Potenzial zur Prozessoptimierung innerhalb des eigenen Konzerns aufweist. Ein Pilotprojekt zur Erprobung der Software soll demnächst bei Baloise in Luxemburg erfolgen.