News aus der InsurTech-Szene

Volldigital und flexibel wie nie zuvor – Allianz startet mit Fourmore Vorsorgekonzept für jüngere Kundengruppen

Trotz zahlreicher Bemühungen der Versicherungsbranche ist die Nachfrage nach Vorsorgekonzepten bei jüngeren Kundengruppen bislang überschaubar. Zu lang scheinen die Vertragslaufzeiten, zu starr die Einzahlungspläne. Die Idee, die Zukunftsvorsorge flexibler und damit attraktiver zu machen ist nicht neu: Jetzt bringt auch die Allianz ein Angebot nach dem Konzept der Universal Life-Versicherung auf den Markt. Bei dem neuen Angebot „Fourmore“ können Kunden flexibel und nach den eigenen Möglichkeiten Einzahlungszeitpunkte wählen, mit geplanten Zahlungen pausieren oder zusätzliche Beiträge zurücklegen und bei Bedarf auch kostenlos Beträge auszahlen lassen – alles vollständig online. Der Wert der bislang angesparten Vorsorge kann dabei jederzeit in Echtzeit abgerufen werden, gleichzeitig profitieren Kunden von der Anlageexpertise des Allianz-Konzerns, der das Geld weltweit für seine Kunden anlegt. Garantiert werden die eingezahlten Beiträge von der Allianz, sodass im Alter von 67 Jahren die angesparte Summe komplett oder in Form einer Rente ausgezahlt werden kann.

Nutzer stehen InsurTechs immer noch kritisch gegenüber

InsurTechs wie Clark und Friendsurance rühren kräftig die Werbetrommel, trotzdem haben erst etwa 28% der Verbraucher schon einmal von den neuen Marktteilnehmern gehört, so ein Ergebnis der Kundenbefragung „Versicherer des Jahres 2018“, die das Deutsche Institut für Service-Qualität im Auftrag von n-tv durchgeführt hat. Die geringe Bekanntheit hat dabei beträchtliche Auswirkungen auf das Nutzerverhalten: gerade einmal 2,5% der Befragten haben bereits bewusst eine InsurTech-Lösung verwendet, 76% können es sich zudem nicht vorstellen, in den kommenden zwei Jahren die Angebote eines Versicherungs-Start-ups in Anspruch zu nehmen. Doch im Gegensatz zu den Endverbrauchern hat die Versicherungsbranche längst das immense Potenzial der jungen, meist unbekannten Konkurrenz erkannt und nutzen deren Leistungen im Rahmen zahlreicher Kooperationen – so profitieren Endkunden häufig unbewusst von InsurTech-Lösungen, eingebettet in die (digitalen) Prozesse traditioneller Versicherungsunternehmen.

AXA bringt elektronische Gesundheitskarte auf den Markt

Eine neue App „Meine Gesundheit“ von AXA bietet Kunden Zugriff in ihre eigene elektronische Patientenakte. Damit hat der Patient seine Dokumente immer dabei und das Ausdrucken von Befunden und Medikationsplänen sowie das Speichern von Röntgenbildern auf einer CD werden überflüssig. Dabei hat der Kunde die individuelle Entscheidung, welche Dokumente hinterlegt werden sollen. Von der einheitlichen Datenablage soll sich der Arzt schneller über den Gesundheitszustand des Patienten informieren können und somit neben der Zeitersparnis auch Fehlindikationen vermieden werden. In Zukunft soll es auch den Ärzten möglich sein, Unterlagen direkt in den Daten des Versicherten einzupflegen.

Barmenia setzt auf digitales Schadenmanagement

Kunden der Barmenia Versicherungen können bei Ihrer Hausratversicherung die OptioPay-Auszahlungsplattform nutzen und somit bei einem Schaden nicht nur Geld auszahlen lassen. Das Kundenerlebnis soll über die Plattform, auf die der Kunde nach Schadenbearbeitung geführt wird, verbessert werden. Neben der klassischen Auszahlung erhält der Kunde dort die Möglichkeit zwischen verschiedenen Wertgutscheinen, die einen höheren Wert als der eigentliche Auszahlungsbetrag besitzen, auszuwählen. Zur Auswahl stehen dabei rund 120 Händler. Diese Möglichkeit besteht für den Kunden bis zu einem Erstattungsbetrag von 3.500 €. Dieses Angebot auf weitere Sparten zu übertragen ist bei bereits geplant.

Schweizer Versicherer investiert in Start-up Blue ID

Der Schweizer Versicherer Helvetia beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde von Blue ID. Das Start-up stellt Produkte für die digitale Benutzung von Zutritts- und Schließsystemen her. Die abgeschlossene Finanzierungsrunde dient dem weiteren Wachstum von Blue ID, bei dem vor allem der Anlagenbereich weiter ausgebaut werden soll. Weitere Aktionäre sind die HCS Beteiligungsgesellschaft, Bayern Kapital, die High-Tech Gründerfonds und die Berendsen Holding. Von großer Bedeutung bei Zutrittssteuerung zu Anlagen und Objekten sei das Management von Risiken, so Martin Tschopp von der Helvetia.

Markel Insurance SE erhält Versicherungslizenz

Die Tochter des US-Versicherers Markel hat von der BaFin eine Versicherungslizenz ausgestellt bekommen. Als Antwort auf den Brexit verkündete der Versicherer Markel im Mai 2017 eine Versicherungsgesellschaft in Deutschland gründen zu wollen. Nun gab die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hierfür grünes Licht. Die Gefahr eines Austritts der Briten aus der EU kann der Versicherer somit umgehen und auch zukünftig Kunden im europäischen Wirtschaftsraum Versicherungsschutz anbieten.

Deutsche Krankenkassen und private Krankenversicherer launchen gemeinsame Gesundheitsakte

Mehr als 90 Krankenkassen und -versicherer haben sich darauf verständigt, eine gemeinsame Datenplattform mit Gesundheitsdaten unter dem Namen "Vivy" auf den Weg zu bringen. Es wird die erste digitale Gesundheitsakte für GKV und PKV in Deutschland sein. Künftig sollen die bis zu 25 Mio. betroffenen Versicherungsnehmer persönliche Gesundheitsdaten auch über eine App verwalten sowie Arztbriefe, Laborwerte, Medikationspläne, Notfall- und Impfdaten sowie Befunde speichern können. Dabei kann der Versicherungsnehmer selbst entscheiden, welcher Arzt auf welche Daten zugreifen darf. Neben Erinnerungsfunktionen für Arztbesuche und Medikamenteneinnahmen sowie Verwaltungsoptionen für Überweisungen und Leistungsübersichten, sollen mithilfe der Plattform insbesondere Mehrfachbehandlungen reduziert, Unverträglichkeiten erkannt und die Festlegung von Therapien erleichtert werden. Betrieben wird die Plattform von einer eigens geschaffenen GmbH mit Sitz in Berlin, beteiligt sind u. a. die PKV der Allianz, die Barmenia und die Gothaer. Die freiwillige Nutzung soll bereits ab Juli für Kunden ausgewählter Gesellschaften möglich sein.

InsurTechs und Versicherer arbeiten zunehmend zusammen

Waren die Befürchtungen der traditionellen Versicherungsunternehmen vor einigen Jahren bezüglich einer Marktdisruption durch zahlreich neugegründete InsurTechs noch sehr groß, haben sie mittlerweile erkannt, welche Nutzenpotenziale die junge Konkurrenz für die Assekuranz und die Geschäftsmodelle klassischer Versicherungsunternehmen bietet. Dies wurde auch bei der Insurtech Week Cologne klar, die vom 4. bis 9. Juni stattfand. Die engere Zusammenarbeit lässt sich ebenfalls zunehmend auf dem Venture Capital Markt erkennen. So haben Versicherungskonzerne allein im letzten Jahr insgesamt 2,3 Mrd. USD in InsurTechs investiert - im ersten Quartal 2018 sind die Investitionen in Versicherungs-Start-ups mit 724 Mio. USD sogar 155% höher als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Konzentration vieler InsurTechs auf die Vereinfachung bestimmter (digitaler) Geschäftsprozesse begründen die Attraktivität einer Zusammenarbeit bzw. Investition in die junge Konkurrenz seitens traditioneller Versicherungsunternehmen.

Robo-Advisor erfreuen sich immer größerer Beliebtheit - Allianz springt auf den Trend auf

Sie sind preiswert, arbeiten rational und dabei vollkommen emotionslos - die Rede ist von Robo-Advisorn. Anhand von Kundendaten und einigen Fragen, ermitteln sie das kundenindividuelle Risikoprofil und empfehlen auf Basis dieser Daten den Vermögensanteil, der in riskante und weniger riskante Anlageformen investiert werden sollte. Mittlerweile sind allein in Deutschland mehr als 20 Robo-Advisor aktiv und dürften zusammen mehr als 2 Mrd. EUR verwalten. Marktführer ist dabei Scalable mit allein mehr als 1 Mrd. EUR. Diesem Trend folgend erweitert die Allianz ihre Erstinvestition aus September 2016 und kauft erneut Anteile vom britischen Unternehmen Moneyfarm. Nach der Transaktion wird der Münchner Konzern zwei Sitze im Aufsichtsrat halten. Moneyfarm, das bereits mit Allianz Global Investors als Vermögensverwalter zusammenarbeitet, erhoffen sich unter anderem eine Ausweitung der Expertise auf den Gebieten Vermögensverwaltungs- und Versicherungsprodukte.

Baloise arbeitet mit Start-up Valoo zusammen

Der Schweizer Versicherer hat sich mit Valoo zusammengeschlossen. Das Start-up Valoo bietet seinen Nutzern die Möglichkeit verschiedene Gegenstände nach dem Kauf zu verwalten. Dabei können die Gegenstände versichert werden, der Nutzer erhält Informationen zum gegenwärtigen Wert und Hilfen beim Verkauf. Durch die kundenfreundlichen Dienstleistungen verspricht sich Baloise maximale Flexibilität für den Kunden. Alle Schritte, die zwischen Kauf und Verkauf eines Gegenstandes stehen können die Kunden zukünftig durch eine App steuern.